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Apfelkuchen

Als der kleine Drache zwischen den Palmenblättern aufwachte war es schon hell und von der Feier am Vortag war außer den niedergebrannten Feuern nichts mehr zu sehen. Am Strand knüpften ein paar Fischer ihre Netze und eine leichte Brise wehte vom Meer auf den Strand. Irgendwann musste der Drache noch während der Feier am Rand des Urwalds eingeschlafen sein. Verschlafen streckte der Drache seine Beine von sich. Er gähnte und schaute sich um. In einiger Entfernung sah der Drache ein paar Holzhütten. Und weil ihm inzwischen kräftig der Magen knurrte, entschloss sich der Drache zu den Hütten zu gehen.

Bei den Hütten angekommen erkannte der Drache, dass er in einem kleinen Dorf angekommen war. Frauen schlenderten durch die Straßen und trugen dabei flache Schalen mit Obst auf dem Kopf, eine kleine Gruppe von Kindern rannte durch die Straßen und versuchten sich gegenseitig zu fangen beziehungsweise nicht gefangen zu werden. Eine der Hütten schien ein Gasthaus zu sein. Über dem Eingang hing ein Schild auf dem der Name "Oddaroddle" geschrieben stand.

Das Gasthaus war ein bisschen dunkel, aber sehr gemütlich. Im Hintergrund war leise Musik zu hören. Der kleine Drache wollte sich gerade an einen Tisch setzen, da winkte ihn ein Inseleinwohner zu sich an seinen Tisch. Da der Drache nicht unhöflich sein wollte setzte er sich zu zu dem Inseleinwohner. Dem kleinen Drachen wurde ein bisschen unwohl, als er erkannte, dass es die grimmige Gestalt war, die auf der Feier gestern die dunkelblaugrauen Wolken prodoziert hatte, aber jetzt gab es kein Zurück mehr.

"Na, Fremder, was treibt Dich denn hier her?" fragte der Inseleinwohner, der wie sich herausstellte Dreph hieß, was den kleinen Drachen aus irgendwelchen Gründen an den Namen Fred erinnerte. Und obwohl dem kleine Drachen am Anfang noch ein wenig ängstlich war, erzählte er in allen kleinen Details, wie er sich entschloss einfach loszufliegen um zu schauen, ob der Mond aus Käse oder Puderzucker ist. Und dass er noch dringend auf der Suche nach Himbeeren ist.

Und während der Drache seine Geschichte erzählte verschwand das ungute Gefühl, denn eigentlich schien Dreph ein ganz netter Kerl zu sein. Wenn auch ein bisschen eigenwillig. Schon als der kleine Drache über seine Aufpasstätigkeit erzählte, kamen bissige Kommentare von Dreph. Und als der Drache von seiner Vermutung erzählte der Mond sei gar nicht aus Käse, unterbrach ihn Dreph mit seiner tiefen Stimme und schimpfte: "Ja, diese Wissenschaftler, die wissen ja immer alles ganz genau. Was die immer alles erzählen und herausfinden, das kann man doch alles gar nicht glauben." Und klitze kleine Wölkchen aus dunkelblaugrauem Dampf entstanden über Drephs Kopf.

Als der kleine Drache mit seiner Geschichte zu ende war, fing Dreph an zu erzählen. Er erzählte dass er von seinem Großvater die Aufgabe übernommen hat die Wasserverbesserungsundbewässerungsmaschine am laufen zu halten (eine Aufgabe, die schon sein Großvater von dessen Großvater und dieser von dessen Großvater übernommen hatte). Doch so langsam, so scheine es, werde die Maschine alt, sie finge an komische Geräusche zu machen, und das Wasser habe auch nicht mehr die gewünschte Qualität und so gingen auch die Erträge auf den Feldern der Insel zurück, aber grummelte Dreph, für die ferne Zukunft sei das ja sowieso kein Problem, er habe den Eindruck, dass der Vulkan sowieso bald ausbreche und dann müsse man sich um die Wasserverbesserungsundbewässerungsmaschine eh keine Gedanken mehr machen. Der kleine Drache hatte irgendwie den Eindruck, dass Dreph das Schicksal der Insel doch nicht ganz so egal ist, wie er tat.

Dennoch fühlte sich der kleine Drache in der Gegenwart von Dreph eigentlich ganz wohl, und auch Dreph schien den kleinen Drachen zu mögen. Und so verbrachten die beiden noch den ganzen Nachmittag zusammen im "Oddaroddle".

Als es Abend wurde musste Dreph gehen. "Du weißt ja", sagte er zu dem Drachen, "die Wasserverbesserungsundbewässerungsmaschine läuft nicht ganz so, wie sie soll. Wir müssen sie heute schon wieder in Betrieb nehmen, damit die Ernte dieses Jahr noch zu retten ist, aber wenn Du nichts vor hast kannst Du ja mitkommen und mir bei der Arbeit zuschauen". Der kleine Drache zögerte ein kleines bisschen, sagte dann aber zu. "Dann bis gleich am Strand" verabschiedete sich Dreph, und ging noch einmal kurz nach hause um sich vorzubereiten. Der kleine Drache verputzte noch den kleinen Rest vom Apfelkuchen, den sich Dreph und er zum Nachtisch geteilt hatten und sprach dann noch mit der Gastwirtin die Einzelheiten wegen des Zimmers im "Oddaroddle" ab, welches sie ihm für die Nacht angeboten hatte.

24.11.06 21:22
 


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bisher 1 Kommentar(e)     TrackBack-URL


Sonnentänzer (25.11.06 10:53)
Das klingt nach einer Aufgabe, kleiner Drache.
Ich glaube, du wirst der Insel viel Gutes bringen, so wie du Sternenfänger und mir viel Gutes gebracht hast. Nämlich durch deine großartige Arbeit als Aufpasser, der die blonde Hexe fernhält, damit sie meinen geliebten Sternenfänger nie mehr nur wegen ihrer Eifersucht und ihres Neids in einen Hirsch verwandeln kannn.
Du schaffst das, kleiner Drache.
Ich denk an dich und hab dich lieb.

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