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Pudermond

Der Drache legte das Buch zur Seite und schaute noch einmal hoch zum nicht mehr ganz vollen Mond. Warum, wunderte er sich, sind sich alle so sicher, dass der Mond aus Käse besteht? Eigentlich sieht der Mond doch viel mehr aus, als sei er mit Puderzucker bepudert.
Noch nie hat er versucht einfach zum Mond zu fliegen, einfach höher und höher, bis er den Mond erreicht. Warum eigentlich nicht? Es gab keinen Grund, warum er es bis jetzt nicht ausprobiert hat. Andererseits gab es auch keinen Grund es zu tun. Außer vielleicht um herauszufinden, ob der Mond nicht doch bezuckert ist.
Bislang hat der kleine Drache eigentlich immer nur das getan, was zu tun war. Wenn ein Abschnitt des Lebens zuende war, hat er einfach das gemacht, was ihm logisch erschien, oder was von ihm erwartet wurde. Meistens hat er gar nicht gemerkt, dass überhaupt irgend etwas von ihm erwartet wurde, alles schein ganz automatisch seinen Lauf zu nehmen.

Natürlich hat er seinen Spaß gehabt. Zum Beispiel, wenn er der Großmutter die Kirsche, die in der Mitte auf dem Kuchen war, gemopst hat, ohne dass sie es mitbekam, oder als er versucht hat sich mit der Schwanzspitze am rechten Ohr zu kratzen, wärend er nur auf dem linken Bein stand und dabei noch "La Paloma" pfiff. Aber wirklich verrückte sachen, wie einfach zum Mond fliegen hat er nie gemacht.
Vielleicht, dachte sich der Drache, sind die meisten verrückten Dinge gar nicht so Verrückt, wie sie klingen. Wahrscheinlich schon, aber vielleicht nicht alle.
Später einmal, wenn er mal viel Zeit hat, nahm sich der Drache vor, würde er zum Mond fliegen, aber im Moment hat er eine Aufgabe. Und die machte er gut, schließlich ist er ein ausgezeichneter Experte, was das Aufpassen angeht. Das bestätigten ihm auch alle, die die Gelegenheit hatten ihm einige Zeit beim Aufpassen zu beobachten.
Es war auch schon spät, also legte er sich hin, rollte seinen Schwanz ein und passte auf, wie ein Stein. Wenn man aber ganz genau hinschaute, stellte man fest, dass das eine Auge nie wirklich ganz geschlossen war.

8.11.06 00:44
 


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Sonnentänzer (8.11.06 17:09)
Flieg kleiner Drache, flieg!
Flieg hoch hinauf zu unserm Mond.
Nimm dir die Zeit und laß Sternenfänger und mich nicht zurück.
Trage uns auf deinem Rücken bis zum Mond.
Wenn du nicht mehr kannst, werden die Sterne uns tragen, denn wir wandeln zwischen ihnen jede Nacht. Gemeinsam.
Gemeinsam wollen wir schauen, ob der Mond mit Puderzucker bestäubt ist.
Dort treffen wir dann die tausend gepunkteten Boten, die immer noch das Lied unserer Liebe verkünden.
Flieg heute Nacht und halte uns ganz fest, wenn wir dort so glücklich und groß beisammen sind.

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